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| Knoppern | Gallen, welche durch den Stich einer Gallwespe (Cynips calicis Burgsd.) in die jungen Eicheln, / 204 |
| Knoppern _2 | ein Artikel des Droguenhandels, sind ihrem Wesen und Ursprunge nach dasselbe wie die orientalische / 374 |
Knoppern
578 Wörter, 4'052 Zeichen
Technologie, Gewerbe und Industrie — Waarenkunde — Droguen vegetabilischen Ursprungs
(1) Meyers Konversations-Lexikon, 1888 _ 9
Knoppern,
Gallen, welche durch den Stich einer Gallwespe (Cynips calicis Burgsd.) in die jungen Eicheln, vorzugsweise an Quercus pedunculata Ehrh., seltener Q. sessiliflora Sm., hervorgebracht werden. Die Gallwespe schiebt das Ei [* 2] zwischen den Becher [* 3] und den hervorwachsenden Fruchtknoten, und es entwickelt sich nun eine schließlich 1,5–2,5 cm lange, tiefbraune, stellenweise gelbliche oder schwärzliche Galle mit flügelförmigen Fortsätzen, während die Frucht mehr oder weniger verkümmert.
* 5 Griechenland.
Man sammelt die Knoppern
besonders in
Ungarn,
[* 4]
Dalmatien, der
Bukowina und
Slawonien und benutzt sie wegen ihres
Gehalts an
Gerbstoff
(30 Proz.) in der
Färberei und besonders in
Österreich zum
Gerben des Sohlleders. Auch kommen Knoppernmehl
und Knoppern
extrakt,
eine dunkel aschgraue, harte, spröde
Masse, welche sich völlig in
Wasser löst und dreimal soviel
Gerbstoff enthält wie die
Knoppern
, in den
Handel. Als levantische Knoppern
(Ackerdoppen,
Valonen,
Wallonen) bezeichnet man die unveränderten Fruchtbecher mehrerer
Eichenarten, besonders von Q. graeca
Kotschy in
Griechenland,
[* 5] Q. oophora
Kotschy, Q. Vallonea
Kotschy und
Q. Ungeri
Kotschy in
Kleinasien (s. Tafel
»Gerbmaterialien liefernde Pflanzen«).
[* 6] Diese
Eichen zeichnen sich durch dicke Kelchschuppen
aus, welche bei den beiden ersten flach und aufrecht, bei den letzten kantig, nach außen umgebogen sind. Man benutzt die
Ackerdoppen besonders in
England zum
Gerben, in
Deutschland
[* 7] zum
Färben, z. B. zum
Schwarzfärben der Seidenhüte.
Ende Knoppern (1)
(2) Merck`s Warenlexikon, 1884 _ 21
Knoppern;
ein Artikel des Droguenhandels, sind ihrem Wesen und Ursprunge nach dasselbe wie die orientalischen Ackerdoppen (s. d.) oder Valonen, nämlich Auswüchse, welche durch den Stich einer Gallwespe (Cynips calicis) in die Kelche junger Eicheln entstehen und die Nester für die junge Brut des Insekts abgeben. Der Unterschied besteht nur darin, daß jene auf orientalischen Eichen, diese auf den auch bei uns vorkommenden entstehen und zwar besonders in Ungarn, Dalmatien, der Bukowina und Slavonien gefunden und gesammelt werden.
Die Kelche wachsen durch die tierische Einwirkung zu unregelmäßigen, stark gefurchten, eckigen und stacheligen Gebilden aus, die gewöhnlich den verkümmerten Eichelkern noch einschließen und meist braun oder gelblich gefärbt sind. Das Einsammeln der K. durch Landleute geschieht in den genannten Gegenden im September und Oktober, wo die K. von den Bäumen fallen und es gibt auch hierbei schlechte und gute Erntejahre. War die Witterung durch Wärme und Trockenheit der Bildung der K. günstig, so kann ein einziger Baum an 125 kg liefern; in Mißjahren steigen die Preise bedeutend.
Das Geschäft in diesem Artikel liegt in den Händen jüdischer Kaufleute; Handels- und Versendungsplätze sind Pest, Fünfkirchen, Oedenburg, Temeswar. Von den Ländern außer Ungarn wird fast nichts in den Handel gebracht, sondern der Ertrag selbst verbraucht. Die Ware, welche reicher an Gerbstoff ist als die Eichenrinde und gegen 25% davon enthält, dient in der Färberei als Surrogat für Galläpfel und zum Gerben, besonders von Sohlleder. Es gilt dies letzte aber eigentlich nur für Österreich, wo die Gerber neben Eichenlohe viel K. verbrauchen, während die norddeutschen Gerber sich an die Eichenrinde halten und deren selbst aus Österreich beziehen.
Das österreichische mit K. gegerbte Leder ist gleich an seiner vom Gewöhnlichen abweichenden Färbung
erkenntlich; es ist auch sehr fest, aber nicht so zähe wie das Lohleder. Da die K. für den Gebrauch gemahlen werden müssen,
so kommen auch schon gemahlene K. (Knoppermehl) in den Handel; doch ist die Ware nicht selten mit schon abgebrauchtem Mehl,
Sand u. dgl. gemischt. Ferner
bereitet man, namentlich in Wien und Regensburg, durch Auskochen und Eindampfen Knoppern
extrakt, das eine dunkelbraune, harte
und spröde Masse bildet, welche bei guter Bereitung und Unverfälschtheit sich völlig in Wasser zu einer braunen Flüssigkeit
wieder löst und 45–52% Gerbstoff enthalten soll. 100 Teile K. geben 53–56% Extrakt. Knoppern
, Knoppernmehl,
Knoppernextrakt zollfrei.
Ende Knoppern (2)
Ergänzungen aus Duden, Volltext Suche, Kontext und Quellen.
Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 9. Band: Irideen - Königsgrün, Seite 885; .
http://www.peter-hug.ch/lexikon/knoppern
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