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| Gruppe | # in der bildenden Kunst eine Zusammenstellung mehrerer Gegenstände in der Art, daß sie / 347 |
| Gruppe _2 | # (nach dem ital. groppa), s. v. w. Kruppe (s. d.). / 8 |
| Gruppe _3 | # Otto Friedrich, Dichter und Schriftsteller, geb. 15. April 1804 zu Danzig, war anfangs / 403 |
Gruppe
758 Wörter, 5'634 Zeichen
Gruppe,
in der bildenden
Kunst eine Zusammenstellung mehrerer Gegenstände in der Art, daß sie das
Auge
[* 2] auf einmal
umfaßt, oder (nach
Mengs) eine symmetrische Vereinigung mehrerer
Figuren, die unter sich (zu einem Ganzen, d. h. zu einer
Hauptvorstellung) verbunden sein müssen. Bei der
Komposition einer Gruppe
ist darauf zu achten, daß die
Hauptfigur als solche charakterisiert und nicht durch den
Ausdruck oder die künstlerische Behandlung einer Nebenfigur in
ihrer
Wirkung beeinträchtigt wird.
* 5 Bildhauerkunst X.
Hinsichtlich der Gruppierung, d. h. der
Anordnung der einzelnen Teile zum Ganzen oder der
Verbindung des Mannigfaltigen zur
entsprechenden
Einheit, unterschied die frühere Kunstlehre drei Musterformen: die der Weintraube, der
Pyramide und des
Kegels, je nachdem dieselbe in der äußersten Umgrenzung dem einen oder andern dieser Gegenstände ähnlich
sieht. Doch sieht die moderne
Kunst von solchen äußerlichen Vorschriften ab und bildet die
Gruppen nach
Grundsätzen innerer
Entwickelung und mit Rücksicht auf die beabsichtigte
Wirkung.
Im engern
Sinn heißt Gruppe
jedes plastische
Werk, welches aus zwei oder mehreren
Figuren besteht. Klassische
Beispiele für die Pyramidenform der Gruppe
bieten die
Gruppen
des
Laokoon und des
Farnesischen
Stiers (s. Tafel
»Bildhauerkunst
[* 3] II«,
[* 4] Fig. 8 u. 9). Auch die Vereinigung
mehrerer
Figuren in einem Tempelgiebel nennt man Gruppe.
Wie sehr die moderne
Plastik von den akademischen
Regeln
des Gruppe
numrisses abweicht, zeigen die
Gruppen von
Begas und
Carpeaux (s. Tafel
»Bildhauerkunst X«,
[* 5] Fig. 11 u. 15). – In der
Geologie
[* 6] bezeichnet man mit Gruppe
teils Unterabteilungen der größern
Formationen
(Systeme), teils eine Mehrheit von
Formationen
(Systemen). In dem letztern
Sinn, welcher nach der von dem internationalen Geologenkongreß adoptierten
Nomenklatur allein mit der Bezeichnung Gruppe zu verbinden ist, unterscheidet man die vier Formationsgruppen:
archäische, paläozoische, mesozoische und neozoische. Für Gruppe als ein der
Formation untergeordneter
Begriff würde nach dieser
Vereinbarung vielmehr
»Stufe«,
»Serie« oder »Abteilung« zu gebrauchen sein. Vgl.
Geologische Formation. – Im parlamentarischen
Leben ist Gruppe Bezeichnung für eine kleinere
Zahl von Parteigenossen im
Gegensatz zu der größern
»Fraktion« mit einer vollständigen
Parteiorganisation. Gewöhnlich lehnt sich eine solche parlamentarische Gruppe an eine größere
Partei an, wie früher im deutschen
Reichstag die Gruppe
»Löwe«, die Gruppe »Schauß-Völk«, gegenwärtig die
Gruppe der deutschen
Volkspartei.
(nach dem ital. groppa), s. v. w. Kruppe (s. d.). ^[= (franz. croupe), bei Pferden der Körperteil, der von dem Kreuzbein, den beiden Darmbeinen ...]
* 7 Danzig.
Otto Friedrich, Dichter und Schriftsteller, geb. 15. April 1804 zu Danzig, [* 7] war anfangs für den Kaufmannsstand bestimmt, widmete sich aber später, nachdem er das Gymnasium seiner Vaterstadt besucht, zu Berlin [* 8] philosophischen, naturwissenschaftlichen und altdeutschen Studien, lieferte Kunstberichte als ständiger Mitarbeiter an der »Allgemeinen Preußischen Staatszeitung« und ward 1835 Redakteur des Feuilletons derselben. Nachdem er 1842 und 1843 im Ministerium der geistlichen Angelegenheiten gearbeitet hatte, ward er 1844 zum außerordentlichen Professor in der philosophischen Fakultät zu Berlin ernannt, wo selbst er insbesondere Logik und allgemeine Geschichte der Philosophie sowie Geschichte der griechischen Philosophie las. 1863 ward er ständiger Sekretär [* 9] der königlichen Akademie der bildenden Künste, als welcher er 7. Jan. 1876 starb. Gruppe war nach verschiedenen Richtungen hin litterarisch thätig. Unter seinen Schriften verdienen Auszeichnung: »Antäus, Briefwechsel über die spekulative Philosophie« (Berl. 1831),
gegen die Hegelsche Philosophie gerichtet und im »Wendepunkt der Philosophie im 19. Jahrhundert« (das. 1834) weiter ausgeführt;
»Ariadne, die tragische Kunst der Griechen« (das. 1834);
»Die römische Elegie« (Leipz. 1838, 2 Bde.);
»Über die Theogonie des Hesiod« (Berl. 1841);
»Über die Fragmente des Archytas und der ältern Pythagoreer« (das. 1840);
»Die kosmischen Systeme der Griechen« (das. 1851);
»Gegenwart und Zukunft der Philosophie in Deutschland« [* 10] (das. 1855);
»Minos« (Leipz. 1859) und »Äakos« (Berl. 1872),
in welch letztern Werken die Interpolationen in den römischen Dichtern (namentlich Horaz, Vergil, Ovid) behandelt werden.
Als Dichter debütierte Gruppe mit einem aristophanischen Lustspiel: »Die Winde [* 11] von Absolutulus von Hegelingen« (1829),
trat dann mit epischen Dichtungen hervor, von denen »Alboin« (Berl. 1829),
»Theudelinde« (das. ¶
1849), »Kaiser Karl« (das. 1852),
»Firdusi« (Stuttg. 1856),
»Ruth, Tobias, Sulamith« (Berl. 1857) hervorzuheben sind. Außer einer Sammlung seiner »Gedichte« (Berl. 1835) ließ Gruppe zahlreiche Dichtungen zerstreut, teils in Chamissos »Musenalmanach«, teils in einem von ihm selbst begründeten und redigierten »Musenalmanach« (1850–55),
erscheinen. Als Dramatiker versuchte er sich mit einem Drama: »Otto von Wittelsbach« (Berl. 1860),
und einer Fortsetzung des Schillerschen »Demetrius« (das. 1861). Gruppes sämtliche Dichtungen sind durch Geschmack und gute Form ausgezeichnet, tragen aber jenes akademische Gepräge, welches den Dichter zu tieferer Wirkung nicht kommen läßt. Als Litterarhistoriker trat er hervor mit den Anthologien: »Deutscher Dichterwald« (Berl. 1849, 3 Bde.) und »Sagen und Geschichten des deutschen Volkes aus dem Munde seiner Dichter« (das. 1854),
den Schriften: »Deutsche [* 13] Übersetzerkunst« (Hannov. 1858),
»Reinhold Lenz' Leben und Werke« (Berl. 1861) und dem litterarhistorisch-kritischen, durchaus auf selbständigem Urteil beruhenden Werk »Leben und Werke deutscher Dichter« (Münch. 1864 bis 1868, 5 Bde.).
Ende Gruppe
Ergänzungen aus Duden, Volltext Suche, Kontext und Quellen.
Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 7. Band: Gehirn - Hainichen, Seite 877; .
http://www.peter-hug.ch/lexikon/gruppe
x.
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