| 2 Artikel | Textanfang / Anzahl Wörter |
|---|---|
| Gallussäure | C7H5O5 findet sich in Galläpfeln, Granatwurzelrinde, Sumach, Dividivi, im Thee, überhaupt / 174 |
| Gallussäure _2 | (Acidum gallicum). Ein Zersetzungsprodukt der Gerbsäure; die Umwandlung der einen Säure in / 201 |
(1) Meyers Konversations-Lexikon, 1888 _ 6
Gallussäure
C7H5O5 findet sich in Galläpfeln, Granatwurzelrinde, Sumach, Dividivi, im Thee, überhaupt in vielen adstringierenden Pflanzen, auch in manchen Rotweinen und entsteht, wenn man Tannin mit verdünnter Schwefelsäure [* 2] oder mit überschüssiger verdünnter Kalilauge behandelt oder Galläpfelauszug an einem mäßig warmen Ort gären läßt. Zu ihrer Darstellung kocht man am zweckmäßigsten Tannin so lange mit verdünnter Schwefelsäure, bis die Flüssigkeit kristallisiert.
* 3 Kristalle.
Die
Ausbeute beträgt dann gegen 87 Proz. Die Gallussäure
bildet lange, seidenglänzende,
farb- und geruchlose
Kristalle
[* 3] mit 1
Molekül
Kristallwasser, schmeckt säuerlich herb, löst sich leichten kochendem
Wasser
und
Alkohol, schwieriger in
Äther, färbt
Eisenchlorid tief schwarzblau, fällt nicht Leimlösung, wird
bei 100° wasserfrei und zerfällt bei 200° in
Kohlensäure und
Pyrogallussäure. Gallussäure
reduziert aus
Gold- und Silberlösung
die
Metalle.
Ihre
Lösung verändert sich bei Luftabschluß nicht, bei Luftzutritt scheidet sich unter Kohlensäureentwickelung
ein schwarzer
Körper ab.
Ihre
Salze
(Gallate) sind trocken und in
saurer
Lösung beständig, in alkalischer
Lösung ziehen sie begierig
Sauerstoff aus der
Luft an und färben sich braun und schwarz. Die Gallussäure
findet in der
Photographie
als Reduktionsmittel Anwendung.
Ende Gallussäure (1)
(2) Merck`s Warenlexikon, 1884 _ 21
Gallussäure
(Acidum gallicum). Ein Zersetzungsprodukt der Gerbsäure; die Umwandlung der einen Säure in die andre geschieht bei sehr verschiednen Einwirkungen mit großer Leichtigkeit und beginnt schon während der Bereitung von wässerigem Galläpfelabsud. Wird solcher oder Tanninlösung der Luft ausgesetzt, so geht ¶
durch Einwirkung von Luft und Wasser allmählich alle Gerbsäure in Gallussäure
über, die sich, weil schwer löslich, als
Bodensatz abscheidet. Man setzt gewöhnlich gleich Galläpfelpulver und Wasser zu Brei zusammengerührt der Luft aus, rührt
öfter um, ersetzt das verdunstende Wasser und fährt damit so lange fort, bis in einigen Wochen die
Umwandlung beendet ist. Dies wird daran erkannt, daß eine genommene Probe in Leimwasser keinen Niederschlag mehr erzeugt.
Durch Auspressen und Ausziehen des gegornen Breies mit siedendem Wasser erhält man die Säure in unreiner brauner Lösung. Man dampft dieselbe mit Kohlenpulver ein und extrahiert den trocknen Rückstand mit Weingeist, der die Säure auszieht. Man erhält sie nach Abdampfung des Weingeistes und nachmaligem Umkristallisieren aus heißem Wasser in feinen weißen, seideglänzenden Nadeln, die anfangs schwach sauer, hinterher zusammenziehend herb schmecken und zur Auflösung in kaltem Wasser 100 Tle., von kochendem nur 3 Tle. brauchen. Die G. wird in der Photographie gebraucht und bildet eins der wichtigsten Reduktions- und Beschleunigungsmittel. – Zollfrei.
Ende Gallussäure (2)
Ergänzungen aus Duden, Volltext Suche, Kontext und Quellen.
Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 6. Band: Faidit - Gehilfe, Seite 868; .
http://www.peter-hug.ch/lexikon/gallussaeure
x.
Sie sind hier: eLexikon > Meyers > Band 6 > Seite 6.868 > Gallussäure