| 7 Artikel | Textanfang / Anzahl Wörter |
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| Bast | # eine zunächst unter der Rinde der meisten Pflanzenstengel und -Stämme liegende, einwärts / 878 |
| Bast _2 | # ägypt. Gottheit, von den Griechen mit Artemis identifiziert, des Osiris und der Isis Tochter, / 143 |
| Bast _3 | # bei paläontolog. Namen Abkürzung für P. Basterot (Petrefakten von Bordeaux, 1825 etc.). / 13 |
| Bast _4 | $#4 / 11 |
| Bast _5 | # früher in der Pflanzenanatomie die gewöhnliche Bezeichnung für den Teil des Gefäßbündels / 478 |
| Bast _6 | # Göttin, s. Bubastis. / 4 |
| Bast _7 | # Abkürzung für P. Basterot, einen franz. Paläontologen, der die Fauna des Tertiärbeckens / 17 |
(1) Meyers Konversations-Lexikon, 1888 _ 2
Bast,
* 2 Holz.
[* 1] eine zunächst unter der
Rinde der meisten Pflanzenstengel und
-Stämme liegende, einwärts durch die zarte Kambiumschicht
von dem
Holz
[* 2] geschiedene, verhältnismäßig dünne
Lage, welche durch
Biegsamkeit,
Zähigkeit und meist ausgeprägt längsfaserige
Textur von den genannten andern Teilen unterschieden ist. – In der
Pflanzenanatomie bedeutet Bast
, abweichend von
dem gewöhnlichen Sprachgebrauch, einen Teil der
Gefäßbündel
[* 3] oder
Fibrovasalstränge, und zwar nimmt in der
Regel der gegen
die Oberfläche der
Pflanze gekehrte Teil des
Gefäßbündels die
Ausbildung des Bastes
an und wird dann Bastteil des
Gefäßbündels
(Phloem) genannt.
Bei den
Monokotyledonen stehen die
Gefäßbündel einzeln und zerstreut im
Grundgewebe, und es gibt somit
ebenso viele getrennte Bast
teile, welche daher bei diesen
Pflanzen weniger hervortreten. In dem
Stengel
[* 4] der meisten Dikotyledonengewächse
sind dagegen die
Gefäßbündel zwischen
Rinde und
Mark in einem der Oberfläche konzentrischen
Kreis
[* 5] angeordnet und oft zu einer
ringförmigen
Zone verbunden. Hier wird der äußere zusammenhängende Teil dieser
Zone von den Bast
teilen
der einzelnen
Gefäßbündel gebildet und stellt dasjenige
Zellgewebe unter der
Rinde dar, welches gewöhnlich Bast
genannt wird.
Nach dem Gesagten ist der Bast
ein
Zellgewebe, dessen
Zellen, die Bast
zellen, von verschiedener
Beschaffenheit sind und dadurch
die verschiedene
Struktur des Bastes
der einzelnen
Gewächse bedingen. Die Hauptmasse dieses
Gewebes besteht
aus dünn- und zartwandigen, safterfüllten
Zellen, welche fest aneinander schließen, ohne
Intercellulargänge zu bilden.
Diesen Teil bezeichnet man als Weichbast.
Stellenweise finden sich unter den
Zellen desselben dergleichen von größerer Weite:
es sind dies reihenförmig übereinander stehende cylindrische
Zellen, welche sehr dicke, durch zahlreiche
Poren siebartig
durchlöcherte Querwände haben, durch deren Öffnungen der
Inhalt der übereinander stehenden
Zellen kommuniziert.
* 6 Siebröhren.
Man nennt diese Organe Gitterzellen oder Siebröhren [* 6] (s. d.). Außer den Siebröhren finden sich im Weichbast oft noch sehr enge, verlängerte, ebenfalls dünnwandige Zellen, die bisweilen die vorherrschende Zellform sind und als kambiform bezeichnet werden. Der Weichbast ist ein für das Leben der Pflanze äußerst wichtiges Organ, indem sowohl die geschlossenen Zellen desselben als besonders auch die Siebröhren den Weg darstellen, auf welchem ein großer Teil der assimilierten Nahrungsstoffe aus den Blättern nach allen Teilen der Pflanze zurückgeführt wird (vgl. Ernährung der Pflanze).
* 7 Festigkeit.
Bei den meisten Gewächsen wird der Weichbast von langgestreckten, in einzelne Bündel oder Zonen vereinigten, faserförmigen, zähen und festen Zellen mit äußerst stark verdickten Membranen, den echten Bastfasern [* 1] (Fig. a u. b), begleitet. In der Regel liegen sie auf der Grenze zwischen Weichbast und Rinde. Diese Bastfasern sind entweder die einzigen dieser Art, oder es treten dergleichen auch zonenweise im Weichbast auf, wie bei vielen Holzgewächsen. Sie sind der die Festigkeit [* 7] und Zähigkeit des technisch verwendeten Bastes bedingende Bestandteil; ein Bast, dem diese fehlen, ist nicht brauchbar. Bastfasern, die besonders lang und fest sind, wie dies z. B. unter den Urtikaceen bei der Nessel, beim Hanf, beim Maulbeerbaum, bei der Broussonetia papyrifera, desgleichen unter den Lineen beim Lein etc. der Fall ist, können als Gespinstmaterial dienen. Bei manchen Pflanzen verlaufen im B. auch Milchsaftgefäße, seltener finden sich in demselben Intercellularkanäle, welche Milchsaft führen, wie z. B. beim Sumach (Rhus).
* 8 Webstuhl.
Um den Bast zu gewinnen, trennt man mit Keilen, Beilen oder ähnlichen Werkzeugen die Rinde im Frühjahr von den Stämmen der Bäume und legt erstere 6–8 Wochen lang ins Wasser, worauf sich der Bast von den Rindenstücken leicht ablösen läßt. Im Wasser wird der Bast zugleich so geschmeidig, daß man ihn leicht in bandförmige Streifen zu zerteilen im stande ist. Aus solchen Streifen macht man dann Bastseile sowie die zur Reinigung von Küchengeschirren u. dgl. bestimmten Bastwische, oder man flicht oder webt daraus auf einem sehr einfachen Webstuhl [* 8] Bastmatten oder Bastdecken.
Letztere werden vornehmlich zum Einpacken von Waren, auch zur Bedeckung der Fußböden, zu Wagendecken, Netzen, Sieben, Segeln gebraucht. Sie kommen entweder als besondere Ware einfach, doppelt, ein- und mehrfarbig, glatt u. façonniert oder als Emballage andrer Waren besonders aus Rußland, wo die Verfertigung von Lindenbastmatten (bogòsha) vom Volk schwunghaft betrieben wird, in den Handel. Die leichtern heißen Deckmatten, die schwereren Sackmatten. Am haltbarsten sind die geköperten. Es werden in Rußland jährlich 14 Mill. Stück Matten verfertigt, wozu fast 1 Mill. Lindenbäume gefällt werden müssen, und wovon 3½ Mill. Stück ins Ausland gehen. In den Gouvernements Wjatka, Kostroma, Kasan [* 9] u. Nishnij Nowgorod wird diese Industrie besonders lebhaft betrieben.
Die russischen Bastschuhe werden aus dem Bast einiger Weidenarten verfertigt. Auch in Frankreich und Italien [* 10] ist die Mattenfabrikation im Schwange. In Ostindien [* 11] verarbeitet man den Bast mehrerer Bäume wie Flachs und verspinnt ihn zu verschiedenen feinen Geweben, welche einen seidenähnlichen Glanz haben, auch häufig Seidenfäden enthalten und, gewöhnlich braun oder dunkelgelb von Farbe, unter verschiedenen Namen (Biambonnes, Cherquemolles, Foulas, Foutalonges, Nillas, Pinasses, Romals etc.) in den Handel kommen. Auch Hüte und Papiere werden aus Bast fabriziert; die bekannten sogen. Basthüte aber werden meist aus Streifen von wirklichem Holz (Pappel-, Linden- oder Weidenholz), vornehmlich in Österreich,
[* 1] ^[Abb.: Formen von Bastzellen. a Unverzweigte, b verzweigte Bastzelle.] ¶
Italien und Frankreich, verfertigt. – Bast ist auch der Name eines vierbindig geköperten Baumwollenzeugs mit Einer rechten Seite, auf welcher die feine Kette zu dreivierteln über dem viel gröbern Eintrag flott liegt. Beim halbseidenen Bast besteht der Einschuß aus Baumwolle, [* 13] die Kette aus Seide. [* 14] Über den sogen. Ägyptischen Bast s. Papyrus. – In der Jägersprache heißt Bast die rauhe, wollige Bedeckung des Hirsch- und Rehgehörns, die, sobald dasselbe ausgewachsen und erhärtet (vereckt) ist, durch das »Fegen« abgescheuert wird. Der abgefegte Bast, ein Faserstaub, heißt das Gefege (s. Geweih).
* 21 Tempel.
ägypt. Gottheit, von den Griechen mit Artemis [* 15] identifiziert, des Osiris [* 16] und der Isis [* 17] Tochter, Schwester des Horos, [* 18] teilte mit ihrer Mutter das Walten über den Mond, [* 19] so daß diese nur Voll- und abnehmenden Mond behielt. Ihr war als nachtwandelndes Tier die Katze [* 20] heilig. In der nach ihr benannten Stadt Bubastis (s. d.), wo sie einen berühmten Tempel [* 21] hatte, wurde ihr alljährlich ein großes Fest unter den ausgelassensten Lustbarkeiten gefeiert, zu welchem Hunderttausende von Menschen zusammenströmten.
Auch alle toten Katzen [* 22] wurden daselbst beigesetzt. Dargestellt wurde Bast als Säugling mit Horos an der Brust der Isis, oder mit Zepter und Schlüssel hinter ihrer Mutter sitzend, oder als Jungfrau mit Katzenkopf und einer Mondscheibe darüber. Verschieden von ihr ist die löwenköpfige Sechet oder Pacht, die Braut des Ptha, welche die Sonnenscheibe [* 23] mit der Uräusschlange auf dem Haupte trägt und öfters als eine furchtbare solare Gottheit gilt.
[* 1] bei paläontolog.
Namen Abkürzung für P. Basterot (Petrefakten [* 24] von Bordeaux, [* 25] 1825 etc.).
Ende Bast (1)
(2) Biblische Real- und Verbal-Handkonkordanz, 1890 _ 32
Grüne Gerten, Ruthen, z. B. von Weidenholz, Richt. 16, 7. 8.
Ende Bast (2)
Weiter zu Seite 32.132: Bastart
(3) Brockhaus´ Konversationslexikon, 1902-1910 _ 52
[* 1] früher in der Pflanzenanatomie die gewöhnliche Bezeichnung für den Teil des Gefäßbündels oder des Gefäßbündelringes, in dem die sog. Siebröhren (s. d.) liegen, und zwar wurde der Ausdruck Bast deshalb für diese Partien gewählt, weil in sehr vielen Fällen die Faserzellen, die wegen ihrer Festigkeit den Namen Bastzellen verdienen und von denen auch ein großer Teil technisch als Bast die mannigfachste Verwendung findet, die Begleiter jener Siebröhren sind.
* 26 Knochen.
Man übertrug also den Namen Bast von einzelnen Zellen auf die ganze Region, in der sie sich vorzugsweise finden. Da indessen diese Art der Benennung zu großen Verwirrungen Anlaß gab, so bezeichnen jetzt viele Botaniker nur die Zellen oder Zellgruppen als Bast, die eine bedeutendere Festigkeit besitzen und dazu dienen, den übrigen zartern Gewebepartien den nötigen Halt zu gewähren, die also, ähnlich wie die Knochen, [* 26] Bänder und andere Einrichtungen bei den Tieren, das Skelett [* 27] der Pflanzen bilden. Die Anordnung der festen Zellen ist für die Bezeichnung gleichgültig; sie können sowohl als Begleiter der Siebröhren wie auch anderer zarter Gewebeelemente auftreten. Da man auch Gewebe, [* 28] die zur Festigung des Pflanzenkörpers dienen, unter dem Namen Stereom zusammenfaßt und die einzelnen Elemente als Stereïden bezeichnet, so gehören nach dieser Terminologie die Bastzellen zu den Stereïden.
Im gewöhnlichen Leben versteht man unter Bast biegsame, zähe, zu Flechtwerk geeignete Pflanzenfasern oder Faserbündel von Pflanzen. Technische Verwendung zu dergleichen Zwecken findet hauptsächlich der Lindenbast. Dieser wird in Deutschland, [* 29] Frankreich, Italien, Österreich, namentlich aber in Rußland zu verschiedenen Fabrikaten verarbeitet. Außer zum Reinigen hölzerner und metallener Geschirre und zum Binden in der Gärtnerei benutzt man ihn zur Verfertigung von Seilen, Matten und Taschen.
Die Matten bilden in Rußland, wo sie auf einfachen Stühlen gewebt werden, einen nicht unbeträchtlichen Handelsartikel. Doch fertigt man auch Schuhe und Hüte aus Bast. Die unter dem Namen Basthüte in Südeuropa, namentlich in Italien erzeugten Hüte werden jedoch mit Unrecht so genannt, da sie nicht aus Bast, sondern aus Streifchen von Espen – oder Weidenholz bestehen. Die größte Bedeutung hat die Verwendung einzelner Arten des Bast als Spinnstoff. (S. Gespinstfasern.) [* 30] In Ostindien liefert der wie Flachs bearbeitete Bast verschiedener Bäume feine Gewebe, die einen seidenähnlichen Glanz zeigen, häufig auch Seidenfäden enthalten und meist mit braunem, rotem, gelbem oder orangefarbigem Grunde mit andersfarbigen Längen- und Querstreifen unter allerlei Namen (Cherquemolles, Foutalonges, Foulas, Nillas, Biambonnes, Pinasses, Romales) in den Handel gebracht werden. Seidener (eigentlich halbseidener) Bast heißt ein gestreiftes oder gewürfeltes Zeug, dessen Kette aus ungekochter Seide und dessen Einschlag aus Baumwolle besteht. Außerdem kommt unter der Benennung Bast ein geköperter, sehr glanzreich appretierter Baumwollstoff vor, auf dessen rechter Seite die Kette zu drei Vierteln über dem viel gröbern Einschlag freiliegt.
* 31 Haut.
In der Jägersprache heißt Bast die mit Haaren bedeckte Haut, [* 31] die die ursprünglich weichen Geweihe [* 32] und Gehörne bis zum Erhärten oder Verrecken (Ausrecken) umgiebt und schützt. Sobald die zwischenliegenden kleinen Blutgefäße resorbiert sind, trocknet der Bast ein und wird an Weichhölzern »abgefegt« (abgeschlagen, abgerieben).
Göttin, s. Bubastis.
[* 1] Abkürzung für P. Basterot, einen franz. Paläontologen, der die Fauna des Tertiärbeckens von Bordeaux bearbeitet hat.
Ende Bast (3)
Ergänzungen aus Duden, Volltext Suche, Kontext und Quellen.
Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 2. Band: Atlantis - Blatthornkäfer, Seite 435; .
http://www.peter-hug.ch/lexikon/bast
2.412 Bas2.436 Bast2.436 Basta!2.436 Basta2.436 Bastanthal2.436 Bastard2.437 Bastardagium2.437 Bastardeibisch2.437 Bastardeisen2.437 Bastardierung2.437 Bastardindigo2.437 Bastardisa2.437 Bastardlorbeer2.437 Bastardnachtigall2.437 Bastardpflanzen2.438 Bastardsafran2.438 Bastardwechsel2.438 Bastarner2.438 Bastei2.438 Bastern2.438 Bastérne2.438 Bastetaner2.438 Bastia2.438 Bastian2.439 Bastianinseln2.439 Bastiat2.440 Bastide2.440 Bastide-Rouayroux2.440 Bastien-Lepage2.440 Bastille2.441 Bastion2.441 Bastionärsystem2.441 Bastionierung2.441 Bastit2.441 Bastkohle2.441 Bästling2.441 Bastogne2.441 Bastonnade2.441 Bastos2.441 Bastuler17.99 Basti17.99 Bastia17.99 Bastien-Lepage19.101 Bastian22.654 Baster32.132 Bas32.132 Bast32.132 Bastart39.35 Bastien-Lepage39.35 Bastos48.10 Bastille52.455 Bas52.478 Bast52.478 BastaSie sind hier: Lexikon '88 > Meyers > Band 2 > Seite 2.435 > Bast