| 4 Artikel | Textanfang / Anzahl Wörter |
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| Wärmeeffekt | spezifischer oder absoluter, s. Heizmaterialien, S. 335. / 8 |
| Wärmefärbung | s. Wärmestrahlung. / 3 |
| Wärmekapazität | s. Spezifische Wärme. / 4 |
| Wärmeleitung | die Fortpflanzung der Wärme in den Körpern durch Abgabe von Teilchen zu Teilchen. Hält / 965 |
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Fortsetzung: Wärme, die physische Ursache jener Zustände der Körper, die wir mit heiß, warm, kalt etc. bezeichnen.
Volumen). Wird aber dem zu erwärmenden
Gas gestattet, sich auszudehnen und sich dadurch stets mit dem äußern unverändert
bleibenden
Druck ins
Gleichgewicht
[* 2] zu setzen, so wird ebensowenig wie im vorigen
Fall innere
Arbeit zu leisten sein, dagegen
muß ein Teil der zugeführten Wärme
zu äußerer
Arbeit, nämlich zur Überwindung des äußern
Drucks, verbraucht
werden. Die zur Erwärmung eines
Kilogramms
Gas unter diesen Umständen verbrauchte Wärme
menge oder die spezifische Wärme bei
unverändertem (konstantem)
Druck muß demnach größer sein als diejenige bei unverändertem Rauminhalt, weil in ihr noch
ein zu äußerer
Arbeit verbrauchter Wärme
anteil enthalten ist, der dem Unterschied der beiden spezifischen
Wärmen
gleichkommt.
* 3 Ausdehnung.
Da man nun die
Arbeit kennt, welche das sich ausdehnende
Gas bei der Erwärmung um 1° C. vollbringt, so kann man die von einer
Wärme
einheit geleistete
Arbeit oder das mechanische
Äquivalent der Wärme
leicht berechnen. Auf diese
Weise hat
Robert
Meyer, der
Begründer der mechanischen
Wärmetheorie, das Wärme
äquivalent zuerst bestimmt. Preßt man das durch
Wärme
ausgedehnte
Gas wieder auf den ursprünglichen
Raum zusammen, so wird die für die
Ausdehnung
[* 3] verbrauchte und in
Arbeit verwandelte
Wärme
menge in der Form von fühlbarer Wärme wieder frei.
Hierauf beruht das sogen. pneumatische Feuerzeug: wird nämlich ein Kolben rasch in einen Luft enthaltenden Cylinder gestoßen, so erhitzt sich die zusammengepreßte Luft so stark, daß sich ein unten am Kolben angebrachtes Stückchen Zunder entzündet. Umgekehrt muß ein Gas, welches sich ohne äußere Wärmezufuhr ausdehnt, die zur äußern Arbeit nötige Wärme aus seinem eignen Wärmevorrat entnehmen und sich sonach abkühlen. Um verschiedene Gase [* 4] um gleichviel, z. B. um 1° C., zu erwärmen, muß man die Bewegungsenergie ihrer Moleküle um gleichviel vergrößern, d. h. die Moleküle aller Gase bedürfen zur gleichen Temperaturerhöhung gleicher Wärmemengen, oder ihre Molekularwärmen (die zur Erwärmung der Molekulargewichte erforderlichen Wärmemengen) sind gleich. Da nach dem Avogadroschen Gesetz alle Gase in gleichen Raumteilen gleich viele Moleküle enthalten und demnach die Molekulargewichte in demselben Verhältnis stehen wie die Gewichte gleicher Raumteile (oder wie die spezifischen Gewichte), so kann man auch sagen, daß gleiche Raumteile verschiedener Gase zur gleichen Temperaturerhöhung gleiche Wärmemengen nötig haben.
Die spezifischen Wärmen der Gase, d. h. die zur Erwärmung von je 1 kg um 1° C. erforderlichen Wärmemengen, stehen demnach im umgekehrten Verhältnis ihrer Molekulargewichte oder ihrer spezifischen Gewichte. Dieses Gesetz steht in enger Beziehung zu dem Dulong-Petitschen Gesetz, nach welchem die Wärmekapazitäten der festen chemischen Elemente sich umgekehrt verhalten wie ihre Atomgewichte. Über die Verteilung der Wärme über die Erdoberfläche s. Lufttemperatur.
Geschichtliches über die Ausbildung der Wärmelehre (Thermik) s. Physik, besonders S. 36.
Vgl. Mayer, Mechanik der Wärme (2. Aufl., Stuttg. 1874);
Wüllner, Lehre [* 5] von der Wärme (4. Aufl., Leipz. 1885);
Tait, Vorlesungen über einige neuere Fortschritte der Physik (deutsch von Wertheim, Braunschw. 1877);
Derselbe, Wärmelehre (deutsch von Lecher, Wien [* 6] 1885);
Carl, Die Wärme (nach Cazin, 2. Aufl., Münch. 1877);
Tyndall, Die Wärme betrachtet als eine Art der Bewegung (deutsch von Helmholtz, 3. Aufl., Braunschw. 1875);
Clausius, Die mechanische Wärmetheorie (2. Aufl., das. 1876–78);
Zeuner, Grundzüge der mechanischen Wärmetheorie (3. Aufl., Leipz. 1887);
Rühlmann, Handbuch der mechanischen Wärmetheorie (Braunschw. 1874–85, 2 Bde.);
Maxwell, Theorie der Wärme (deutsch von Neesen, das. 1878);
Herrmann, Kompendium der mechanischen Wärmetheorie (Berl. 1878).
spezifischer oder absoluter, s. Heizmaterialien, ^[= (Brennmaterialien, Brennstoffe), Körper meist organischen Ursprungs, deren Beschaffungspreis ...] S. 335.
* 7 Wärmestrahlung.
s. Wärmestrahlung. ^[= Wendet man das Gesicht einem geheizten Ofen zu, so empfindet man Hitze; dieses erhöhte ...] [* 7]
s. Spezifische Wärme. ^[= die Wärmemenge, welche 1 kg eines Körpers bedarf, um sich um 1° C. zu ...] [* 8]
* 9 Wärmeleitung.
[* 9] die Fortpflanzung der Wärme in den Körpern durch Abgabe von Teilchen zu Teilchen. Hält man einen Metalldraht in eine Kerzenflamme, so wird derselbe, indem die Wärme von seinem erhitzten Ende den Draht [* 10] entlang fortwandert, auch am andern Ende bald so heiß, daß man ihn nicht mehr zwischen den Fingern halten kann; ein gleich langes Holzstäbchen dagegen kann man an seinem Ende anzünden und fast bis zu den Fingern abbrennen lassen, ohne eine Temperaturerhöhung zu fühlen.
* 14 Glas.
Ein silberner Schöpflöffel, in die heiße Suppe gesteckt, wird sehr rasch auch an seinem Griff heiß, während ein hölzerner Kochlöffel unter denselben Umständen nur langsam und nur in geringem Grad sich erwärmt. Unter allen Körpern leiten die Metalle die Wärme am besten; Holz, [* 11] Asche, Stroh, Seide, [* 12] Federn, Haare, [* 13] Wolle etc., überhaupt die lockern Körper aus dem Tier- und Pflanzenreich, sind die schlechtesten Wärmeleiter; etwas besser leiten Steine, Glas, [* 14] Porzellan.
Das Wärmeleitungsvermögen der verschiedenen Metalle ist übrigens sehr ungleich, wie man durch folgenden Versuch leicht zeigen kann. Eine Kupferstange und eine gleichgestaltete Eisenstange werden wagerecht, mit ihren Enden sich berührend, aufgestellt und auf ihrer Unterseite in gleichen Abständen von der Berührungsstelle hölzerne Kugeln mittels Wachs angeklebt. Erwärmt man nun die Berührungsstelle, so verbreitet sich die Wärme in dem Kupferstab rascher, und es fallen von ihm mehr Kugeln ab als von dem Eisenstab.
Wird ein Metallstab am einen Ende erwärmt, und bestimmt man die Temperatur desselben an verschiedenen Stellen durch Thermometer [* 15] (t, t¹, t² etc., s. Figur), die in Bohrlöcher des Stabes AB eingesenkt sind, so findet man, daß, wenn die Entfernungen von der Wärmequelle (L) in arithmetischer Reihe wachsen, die entsprechenden Temperaturerhöhungen in geometrischer Reihe abnehmen, ein Gesetz, welches durch die krumme Linie a, a¹, a² etc., welche die Gipfelpunkte der Quecksilbersäulen der Thermometer verbindet, versinnlicht wird. Für Stäbe verschiedener Metalle von gleichen Dimensionen verhalten sich die Wärmeleitungsfähigkeiten wie die Quadrate der Entfernungen von der Wärmequelle, in welchen man unter sonst gleichen Umständen gleiche Temperaturüberschüsse beobachtet. Wiedemann und Franz bestimmten
[* 1] ^[Abb.: Verbreitung der Wärme durch Leitung.] ¶
diese Temperaturüberschüsse mit Hilfe eines Thermoelements (s. Thermoelektrizität) [* 17] und erhielten aus ihren Versuchen folgende Verhältniszahlen für die Leitungsfähigkeit verschiedener Metalle:
| Silber | 100 |
| Kupfer | 74 |
| Gold | 53 |
| Messing | 23 |
| Zink | 19 |
| Zinn | 15 |
| Ei |
12 |
| Blei | 9 |
| Platin | 9 |
| Neusilber | 6 |
| Wismut | 2 |
Im täglichen Leben machen wir von der guten oder schlechten Wärmeleitungsfähigkeit der verschiedenen Körper vielfache Anwendungen. Um uns die Finger nicht zu verbrennen, versehen wir Theekannen, Ofenthürchen und Schürhaken mit hölzernen Griffen. Bäume und Sträucher umwickelt man im Winter mit Stroh, um sie vor dem Erfrieren zu schützen. Unsre Kleider, welche aus schlechten Wärmeleitern verfertigt sind, »geben« zwar nicht warm, aber sie »halten« uns warm, indem sie die rasche Abgabe der Körperwärme an die kalte Umgebung verhindern.
* 18 Eiskeller.
Anderseits verhindert man durch Stroh und andre schlechte Wärmeleiter das Eindringen der äußern Wärme in die Eiskeller [* 18] und verpackt Eis, [* 19] welches verschickt werden soll, in Sägespäne. Die feuersichern Geldschränke enthalten zwischen ihren Doppelwänden Asche, welche den Zutritt der Hitze verzögert. In einem kalten Zimmer fühlt sich die metallene Thürklinke kälter an als der Tischteppich, obgleich beide die nämliche Temperatur haben, weil das Metall die Wärme unsrer Hand [* 20] rascher fortleitet und daher der Hand mehr Wärme entzieht als das schlecht leitende Gewebe; [* 21] in einem Raum, der auf eine höhere als unsre Körpertemperatur erwärmt wäre, würde sich umgekehrt das Metall heißer anfühlen als der Teppich, weil jenes der Hand mehr Wärme zuführt als dieser.
Umgibt man einen Cylinder, der zur Hälfte aus Kupfer, [* 22] zur Hälfte aus Holz besteht, mit einer dicht anschließenden Papierhülse und hält ihn über eine Flamme, [* 23] so verkohlt das Papier, soweit es die hölzerne Hälfte bedeckt, über der Kupferhälfte aber bleibt es unversehrt, weil das Metall, indem es die zugeführte Wärme rasch fortleitet, das Papier nicht bis zur Verbrennungstemperatur kommen läßt. In ähnlicher Weise erklärt sich auch das merkwürdige Verhalten von Drahtnetzen gegenüber Flammen.
Hält man ein feines Drahtgewebe in eine Gasflamme, so erscheint dieselbe wie abgeschnitten; die metallenen Fäden leiten nämlich die Wärme so rasch ab, daß die Flammengase unter ihre Entzündungstemperatur abgekühlt werden. Läßt man das Gas, ohne es anzuzünden, aus dem Brenner strömen und hält das Drahtnetz in den Gasstrom, so kann man letztern oberhalb des Netzes anzünden, ohne daß sich die Entzündung unter das Netz fortpflanzt. Auf diesem Verhalten beruht Davys segensreiche Erfindung der Sicherheitslampe.
* 24 Lampe.
Die Flamme einer Öllampe ist von einem cylindrischen, oben geschlossenen Drahtnetz umgeben; betritt der Bergmann mit einer solchen Lampe [* 24] einen Stollen, in welchem sich Kohlenwasserstoffgas der Luft beigemischt und sogen. schlagende Wetter gebildet hat, nämlich ein Gasgemisch, welches an offener Flamme sich entzünden und explodieren würde, so dringt das brennbare Gas zwar durch die Maschen des Netzes zur Flamme und verbrennt unter schwachen Explosionen im Innern des Drahtcylinders, die Entzündung vermag sich aber nicht nach außen fortzupflanzen.
Die Flüssigkeiten sind schlechte Wärmeleiter; in ihnen verbreitet sich die Wärme vorzugsweise durch Strömungen, welche dadurch entstehen, daß beim Erwärmen von unten die durch Ausdehnung spezifisch leichter gewordenen Flüssigkeitsteilchen nach oben steigen und durch die herabsinkenden kältern Teilchen ersetzt werden; durch diesen Kreislauf, [* 25] auf welchen sich die Wasserheizung gründet, wird die Erwärmung einer Flüssigkeit ungemein befördert. Erwärmt man dagegen von oben, so verbreitet sich die Wärme vermöge der schlechten Leitungsfähigkeit nur sehr langsam nach unten. In einem schräg gehaltenen Probierröhrchen kann man das Wasser oben zum Kochen bringen, während ein Stückchen Eis, welches am Boden des Gläschens durch einen schweren Körper festgehalten wird, nicht merklich schmilzt.
Die Gase leiten die Wärme ebenfalls sehr schlecht; ruhende Luftschichten, wie z. B. die zwischen Doppelfenstern eingeschlossene Luftschicht, sind daher sehr geeignet, die Fortleitung der Wärme zu verhindern. Die oben als schlecht leitend bezeichneten tierischen und pflanzlichen Stoffe (Stroh, Wolle etc.) verdanken ihre »warm haltende« Eigenschaft vorzugsweise der in ihren Zwischenräumen festgehaltenen, schlecht leitenden Luft. Die Wärmeleitungsfähigkeit der Gase ist übrigens ungleich; Wasserstoffgas leitet die Wärme viel besser als alle übrigen Gase.
Ende Wärmeleitung
→Seite 16.394: Wärmemesser =s. Thermometer.
Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 16. Band: Uralsk - Zz, Seite 393; .
http://www.peter-hug.ch/lexikon/16_0393?q=Wärme
x.
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